Sonntag, 24. Dezember 2017

Jesus im Müllwagen

Predigt in der Heiligen Nacht in Ardning
Vom Äußeren her ist dieses Weihnachten 2017 wohl eines der Schönsten, das ich je erlebt habe und vielleicht auch erleben werde. Ich denke an die unzähligen Lichterketten, die Krippen in den Häusern oder den herrlichen Kirchenschmuck. Ich denke an unser Kloster in Admont, wo zwei Novizen aus unserem dritten Stock ein riesiges Winter Wonderland gemacht haben und freue mich durchaus mit.
Im Zentrum unserer Weihnachten steht die Krippe. Und bei aller Beleuchtung, Verzierung und bei allem edlen Handwerk dürfen wir uns nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass die Krippe ein provokantes Bild ist. Jesus, eben nicht auf dem Thron, im warmen Kuschligen und im Angenommen-Sein durch sein Volk. Nein. Jesus erscheint uns hier - und ich nehme jetzt ein ebenso provokantes Bild aus unserer Zeit - als Jesus im Müllwagen der Geschichte.
Das Christentum ist von Vielen auf den Müll geworfen worden. Vom Christentum ist vielfach nur noch die soziale Komponente übrig geblieben ohne JESUS und Maria. JESUS spielt einfach im Leben dieser Menschen keine Rolle mehr. Ohne JESUS im Herzen verliert dann auch die ach so christlich abendländische  Kultur ihren innersten Kern.  Das Weihnachtsfest ist vielfach nur noch Konsum und Unruhe, eine leere Hülle. Von Frieden auf Erden kaum noch Spuren. Der Weltfrieden ist weiter entfernt, denn je.
…und Kinder werden auf den Müll geworfen, ungeborene Kinder, bestenfalls als Abfallprodukt für die Kosmetikindustrie - das wurde 2015 in den USA aufgedeckt.
Ich denke hier besonders an Lukas 1,39  (also gerade ein Kapitel vor dem heutigen Weihnachtsevangelium), wo berichtet wird wie die schwangere Maria ihre ungeborenes Kind zu Elisabeth trug und dort 3 Monate verblieb. „Das biblische „Gegrüßet seist Du Maria“ erkennt schon den ungeborenen JESUS als „gebenedeite“ Person an und steht damit eindeutig gegen Abtreibung.

Wie viele Menschen und Kinder müssen in aller Welt ihren erbärmlichen Lebensunterhalt auf der Müllkippe der Wohlstandsgesellschaft verdienen. Da müssen Sie mal 1000 km östlich von hier nach Rumänien fahren und sie werden diese Müllkippen mit eigenen Augen sehen. Wie oft werden Menschen benutzt oder weggeworfen wie Gegenstände?
Prostitution, Vergewaltigung, Pornoindustrie, als Arbeitssklaven, Kinderarbeit, Kindersoldaten.
Und auch Christen und andere sogenannte „Ungläubige“ in islamischen Ländern. Ja, sie werden im wahrsten Sinne des Wortes „weggeworfen“, gedanklich, nordkoreanisch, scharianisch, mohammedanisch.
Genau diese Abfall-Einstellung gegenüber Ungläubigen pflegen radikal-islamische Kreise.
Weihnachten vermüllt gedanklich immer mehr. Konsum und Oberflächlichkeit ohne den Kern, nämlich JESUS und Maria.Wie oft werden Mütter mit Kindern auf sich allein gestellt.
Aber zurück ins ach so hoch entwickelte Österreich: Wie oft werden Mütter mit Kindern von ihren Vätern im Stich gelassen? Aber auch umgekehrt kommt es vor, dass eine Frau ihren Mann mit Kindern alleine lässt. Wie oft werden Mütter mit Kindern auch vom Staat allein gelassen, ja, letztlich wie Müll behandelt, im Stich gelassen, ja, oft sogar verhasst und abgelehnt.
Wie oft werfen auch wir Christen JESUS auf den Müll, wenn sie sündigen?
Wie oft machen wir Christen ihr eigenes „Ding“ und schieben JESUS beiseite.
Wie oft handeln wir im Alltag so, als wenn wir nie etwas von JESUS und Maria gehört hätten?
Dieses provozierendes Bild der Krippe möge uns Christen anregen, was wir ändern können, um Weihnachten wieder gerade zu rücken, um Weihnachten Sinn zu geben. Ja, wir können in unserer Familie JESUS wieder ins Gedächtnis rufen. Lernen wir mehr über ihn. Am 17. Jänner habe ich hier ein Bibelgespräch in Ardning und wenn wer kommt, machen wir das monatlich, wo wir uns anhand der Bibel über unseren Glauben austauschen und gegenseitig stärken.
Die verfolgten Kirchen wissen Weihnachten zu schätzen und feiern dieses Fest noch in seinem ursprünglichen Sinn und das unter Todesgefahr.
Sie stellen JESUS in den Mittelpunkt des Geschehens.

Bringen wir JESUS wieder an die Spitze unserer Prioritätenliste.

Ich möchte mit den Zeilen eines steirischen Weihnachtslieds enden:

Ist das nicht ein Spott,
der so große Gott,
der uns hat erschaffen,
beim Vieh tut er schlafen.
Ist Mensch und auch Gott,
ist das nicht ein Spott.

Wir bitten dich schön,

o lieb's Jesulein, 

tu uns Gnade verleihen, 

die Sünden verzeihen; 

und gib uns alsdann 

den Himmel zum Lohn!

Der DREIEINE GOTT schenke uns eine friedvolles gesegnetes und von JESUS durchdrungenes Weihnachtsfest. 

Links:
Liturgische Texte der Heiligen Nacht
Weite Teile der Predigt habe ich von hier
___

Keine Kommentare:

Kommentar posten