Sonntag, 24. März 2019

die raue Botschaft Bertold Brechts und Jesu

Ich muss zugeben, dass ich am Freitag den Fehler gemacht habe und mir diesen neuen Bertold-Brecht-Film auf arte angeschaut habe. Zumindest den ersten Teil. Und ich muss sagen: hässlich. ungemütlich. zach. Da ham wir schon besseres gesehen von unseren Lieblingsnachbarn. 
Aber gut, wenn man Brecht verfilmt, was soll da anderes dabei herauskommen? Denn das, was er auf die Bühne gebracht hat, war nicht schön und wollte es auch gar nicht sein. Denken wir nur an die Antiheldin Mutter Courage, die ihre eigenen Kinder an den Krieg verkauft. Brecht hat uns diese schiache Welt des Krieges vor Augen geführt. Oder viel mehr: Er hat seinem Publikum einen Spiegel vorgehalten und sein eigenes Publikum beschimpft: Ihr seid die Täter, ihr habt beim Krieg mitzugeschaut… 

Ähnlich rau und heftig sind heute auch die Worte Jesu (Texte vom 3. Sonntag der Fastenzeit C). Leute kommen zu Jesus und wollen seine Meinung hören. Da ist er, dieser moralische Zeigefinger, der auf andere deutet. Da geht es doch immer darum, dass ich mich gut fühle. 
Hier ist es für mich wichtig, dass Jesus ihnen erstmal auch Recht gibt, ja die andern haben Schuld auf sich geladen. Aber dann kommt der Hammer Gottes: Glaubst Du etwa, Du hättest das ewige Leben verdient? Bist Du mit Deinen nicht vorhandenen guten Werken, deinen wenigen Gebeten und deinem Lästermaul etwa besser? Bist Du mit dem Groll, dem permanenten Unverständnis anderen gegenüber besser?
Zweimal antwortet uns Jesus und schreibt uns damit diesen Satz in unser Gewissen: „Nein, sage ich euch, vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen, wenn ihr nicht umkehrt. “ (Lk 13,3 und 5)

Da ist es: das negative Menschenbild, das einen Luther verzweifeln lies. Das negatives Menschenbild, das uns die Atheisten vorwerfen. Hat die Kirche nicht genau damit die Leute jahrhundertelang lang klein gehalten? 
Auf diesen harten Satz kommt keine Bauchbepinselung. Ach, so schlimm ist das gar nicht. 

Diesem negativen Menschenbild fügt unser Herrgott nicht irgendein Beispiel eines heiligen Menschen hinzu, sondern das Bild des Feigenbaums, der keine Früchte bringt. 
Hier geht es um diese liebevolle, sorgfältige Pflege, die dem verkrüppelten Bäumchen zuteil wird. Da wird noch ein Jahr gewartet (Geduld Gottes mit uns). Der Boden wird aufgegraben und gedüngt. (liebevolle Zuwendung Gottes). 
Nicht aufgrund unserer eigenen Werke werden wir gerettet, sondern, weil ER sich uns zuwendet. 
Ja, auch das ist Ostern: Das Gott uns dem Tod und der Unfreiheit entreißen will. 
„Ich bin herabgestiegen, um mein Volk der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen…“ 

Hier finde ich auch den Weg, der uns in dieses neue Leben und in diese Freiheit führt. G´tt sieht unser Leid. Er lässt unsere Klage nicht ungehört. Er teilt sich uns mit. Sagt dem Mose wie er heißt („Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.“ Ex 3,8a) und wird Mensch in Jesus Christus, um uns zu klar zu machen, wie G´tt wirklich ist. 
Er gibt dem Volk ein Gesetz, an das es sich halten soll. Ich denke hier an die Zehn Gebote. Ich denke aber auch an die vielen Gleichnisse, in denen uns Jesus erklärt, so ist Gott und entsprechend darf sich auch sein Bild, der Mensch, verhalten. 

Keine Kommentare:

Kommentar posten