Liebe Schwestern und Brüder.
meine Sonntagspredigt von vor drei Jahren - Predigt Lesejahr B Fastenzeit Fastensonntag 2. - 04.03.2011
Einmal auf dem roten Teppich stehen. Die Blicke der Fans auf einen gerichtet. Auf dem Stockerl stehen und Sieger sein. (Für unsere deutschen Zuhörer: Stockerl ist das Siegertreppchen) Viele von uns haben das geträumt, manche vielleicht schon erlebt. Die Fernsehprogramme sind voll von sogenannten Castingshows, die diesen Traum wahr machen wollen oder die ihn vor aller Augen zum Alptraum machen wollen.
Heute steht Jesus auf dem Stockerl. An seiner Seite Mose und Elija. Hier erscheint es uns so, als ob Jesus schon bald wieder runter muss und vom Glanz der Verklärung und des Palmsonntags am KARFREITAG nicht mehr viel übrig ist. Es ist dieses doppelte Bild, das uns als Christen tief ins Herz eingeprägt ist: Glanz und Fall, Glorie und Schmutz des Alltags. Beides treffen wir, wenn wir Jesus meditieren und ihm tief ins Angesicht schauen.
Die drei Jünger, die dabei waren (Petrus, Jakobus und Johannes), hatten keine Ahnung, was Auferstehung ist. Sie kannten ihren Meister JESUS. Sie folgten seiner Lehre, sie versuchten ihn zu verstehen. Erst jetzt durch die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor war ihnen klar, dass da mehr dahinter sein musste. Dieses „mehr“ auf dass vertrauen wir, hoffen wir, glauben wir.
Es ist ein Vertrauen, Glauben und Hoffen das ziemlich viel von uns abverlangt. Das selbst in den absoluten Niederungen standhält. Eine solche muss heute in der Lesung auch Abraham durchlaufen. Kann man einen Mann tiefer beugen? Seinen einzigen Sohn, den er erst im hohen Alter bekommen hat, der ihm das Wertvollste ist, den soll er opfern. Gott will von ihm wirklich alles - bis zur letzen Konsequenz. Was ist das nur für ein Gott?
Menschenopfer waren zur damaligen Zeit keine Seltenheit. Immer wieder wurden Kinder und Jungfrauen einer Gottheit geopfert um sie dadurch gnädig zu stimmen. Abraham hat Gott aber eigentlich anders erfahren. Als einen dem Leben zugetanen, einen das Leben ermöglichenden, schützenden und fördernden. Sollte er sich geirrt haben?
Freitag, 27. Februar 2015
Mittwoch, 25. Februar 2015
mit dem Tod im Gepäck - Fastenpredigt zum 2. Fastensonntag 2015
Liebe Schwester. Lieber Bruder. <— Heute mal in Einzahl.
Christlicher Glaube ist ja kein Massenphänomen, sondern der einzelne Mensch, von Gott geliebt, von Gott als Sohn und Tochter in der Taufe angenommen, der nicht mehr ohne Christus geht und ohne den Christus nicht mehr geht, der steht im Vordergrund.
Keine Masse. Da muss ich immer an dem Film „Das Leben des Brian“ denken, an diese eine Szene, wo der vermeintliche Messias auf seinen Balkon tritt und die Menge ihn verehrt. Er will das nicht.
Sie rufen ihm zu: „Segne uns, segne uns“ - alles gleichförmig im Chor.
Er darauf: "Ich habe euch ein oder zwei Dinge zu sagen:" (…) "Ihr seid doch alle Individuen.“
Die Menge: „Ja, wir sind alle Individuen.“
Er: „Und ihr seid alle völlig verschieden.“
Die Menge: „Ja, wir sind alle völlig verschieden.“
Ein einzelner aus der Menge: „Ich nicht.“
Der Film „Das Leben des Brian“ ist eine bitterböse Satire auf diverse Jesusfilme der 50er und 60er Jahren, die ähnlich wie diese Filme auch immer wieder das Phänomen der Masse darstellen; ganz klassisch natürlich die Bergpredigt oder die Speisung der Fünftausend.
An diesen Szenen wird deutlich, wie sich Gott mit seiner Botschaft an alle Menschen richtet; ähnliche Erfahrungen kann man bei Weltjugendtagen mit dem Papst oder bei Bergmesse etwas auf dem Zinödl oder auf der Schüttbauernalm machen.
Und dennoch bestimmen diese Szene nicht das Geschehen in den vier Evangelien oder in den meisten Büchern der Bibel, sondern es ist der einzelne und eine meist sehr persönliche Begegnung, die im Vordergrund stehen.
So auch in den Texten des heutigen Tages: Abraham und sein letzter Gang und Jesus mit drei Freunden bzw. im Sechs-Augen-Gespräch mit Elias und Mose. Beide, Abraham und Jesus, haben etwas im Gepäck, das sie mit uns verbindet: den eigenen Tod.
Nun werden sie sagen: Moment, wo hat den Abraham den eigenen Tod im Gepäck, hier geht es doch um den Tod seines Sohnes?! Aber gerade das ist ja das Tragische: denn wenn der Sohn stirbt, stirbt nicht letztlich der Vater mit ihm? Und damals hat man alles auf den Nachwuchs gesetzt; die eigenen Söhne waren nicht nur die Altersvorsorge, sondern eben auch Zusage Gottes, dass es mit meinem Geschlecht, mit meinem Hof weitergeht.
So kann man in etwa nachvollziehen, dass Abraham, als er diesen beschwerlichen Weg nach oben gegangen ist, auch mit seinem Leben abgeschlossen hat.
Und ähnlich auch Jesus. Ja über was soll er sich denn mit Mose und Elijas unterhalten haben, wenn nicht über den eigenen Tod. Er redet oft davon und ist sich bewusst, dass dieser Weg kein leichter sein wird. Gerade mit der Asche am Beginn der Fastenzeit wird uns bewusst, dass auch unser Weg zu Ende gehen wird. Mit dem Tod im Gepäck. Und da sind wir alle allein. Da ist keiner bei uns. Natürlich trösten wir uns, sagen da ist die Familie, da sind Engel, die uns begleiten und natürlich hoffen wir auch, dass Maria uns in dieser Todesstunde begleiten wird. Aber das alles darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir nur alleine sterben können. Sterben kann kein anderer für uns. und gerade im Alter merkt man, dass man dem Tod ein Stückchen näher kommt.
In der jüdisch-christlichen Tradition ist es gerade Abraham, der drüben auf uns wartet. Abraham als Mann des Glaubens, der uns vorangegangen ist.
Wer wartet auf uns auf der anderen Seite? Vielleicht ist Abraham ziemlich weit weg und das ganze nur eine fromme Vorstellung?
Wer wartet auf uns auf der anderen Seite? Ich kann mir vorstellen, dass auf der anderen Seite ein Christ oder eine Christin wartet, der/ die im selben Land geboren ist wie Abraham (im heutigen Irak). Christen, denen einfach nur deshalb die Kehle durchgeschnitten wird, wegen ihres Bekenntnisses zum Evangelium. Christinnen - die gefoltert, vergewaltigt und versklavt werden - wegen ihres Bekenntnisses zum Evangelium.
Liebe Christen im Jahre 2015, warten auf uns nicht die Tausende verfolgten Christen aus Nordkorea, aus den diversen Ländern des Nahen Ostens und Afrikas?!
Schauen Sie uns dann an und was sagen Sie zu uns mit ihrem Blick.
Warum hast du deine Bibel im Regal verstauben lassen; warum hast du nicht täglich zu Gott gebetet? Warum hast du nicht barmherzig gehandelt? Warum bist du nicht zu deinem Glauben gestanden und hast stattdessen mitzugesehen, wie sie die Kreuze abgehängt haben? Was ist unser Glaube überhaupt noch wert, wenn man irgendwelche Gurus einlädt und mehr auf Horoskop und Geschwätz vertraut als auf den HERRN???
Liebe Schwester. Lieber Bruder. Das heutige Evangelium zeigt uns einen Ausweg. Einen holprigen Ausweg vielleicht. Denn das was Petrus da stottert, ist alles andere als glanzvolle Theologie; der erste Papst Petrus wusste nicht recht, was er da sagt. Aber, er hat sich damit beschäftigt, hat mit den anderen Apostel über seinen Glauben geredet. Es hat ihn nicht losgelassen. Er hat immer wieder versucht zu verstehen, wer dieser Jesus für ihn ist. Petrus hat es lange nicht begriffen. Aber spätestens in der Stunde seines Todes hat er es begriffen.
Wir feiern jetzt wieder gemeinsam Eucharistie. Begreifen können wir das nicht, wenn Gott uns durch die Eucharistie schon hier und jetzt Anteil an der Herrlichkeit seines Sohne gibt (vgl. Schlussgebet).
Links zum Thema:
Labels:
Abraham,
Fastenzeit
Standort:
Admont, Österreich
Freitag, 20. Februar 2015
Requiem - Wie schaut der Himmel aus?
Predigt beim Requiem eines Häuslebauer und Tüftlers
Wie schaut der Himmel aus? Diese Frage könnte man sehr profan nehmen und mit einem Blick nach oben oder aus dem Fenster wäre sie beantwortet. Verstanden einfach als Frage nach dem Wetter.
Heute stellen wir die Frage aber bewusst nach dem Himmlischen. Wie ist es nach dem Tod? Was heißt es, „bei Gott“ zu sein? Die heutigen Texte aus dem Psalm 23, aus dem Buch Hosea (Hos 6,1-2.3bcd*) und aus dem Johannesevangelium (Joh 14, 1-6) können uns da vielleicht ein wenig helfen. So lehrt uns Psalm 23, dass da ein Ort ist, wo alle Sehsüchte und Hoffnungen gestillt werden. Oder Hosea lehrt uns, dass unsere Wunden geheilt werden. Bei aller guten Medizin, bei aller guten Aufarbeitung von Trauer und Ängsten: Die Zeit hier auf der Erden heilt nicht alle Wunden; die Wunden bleiben ein Leben lang. Aber der Himmel begegnet mir dann als Ort, wo die Zeit nicht mehr ist und wo die Wunden dann (endlich) geheilt werden. So denken wir an Jesus als Hirte, der sorgt und als Arzt, der versorgt.
Gerade die ersten beiden Texte kann man durchaus einfach nur auf das Leben hier auf der Erde beziehen. Es sind alles Bilder und Erfahrungen, die wir hier auf der Erde haben. Da ist in allen drei Texten das Bild des Zuhause-sein: Ein Ort, wo die Wunden versorgt werden, wo ich für lange Zeit sein darf, wo jemand auf mich wartet. So auch das Bild aus dem Evangelium von den „Wohnungen“ die uns von Jesus bereitgestellt werden. Ich denke da an Jesus nicht als den ungeliebten Vermieter, sondern als einen der alles so einrichtet, dass es passt. So ähnlich wie Euer schönes Haus und wie Ihr es Euch gerade auch Dank der Hilfe Eures Ehemannes, Vaters, Schwiegervaters und Opa eingerichtet habt.
So eine hingebungsvolle Liebe zum Detail traue ich unserm Herrn Jesus für unsern Platz in der Ewigkeit auch zu.
Wie schaut der Himmel aus? Ihr habt gerade durch Euern NN erfahren, was es heisst, ein Zuhause zu haben und gerade die Seele des Menschen, das Miteinander, macht unser Leben lebenswert. Ich will mir den Himmel nicht als eine Sphäre vorstellen, abgehoben in grellem Licht oder ein Nirvana oder vielleicht voller Genüsse. Das alles bedeutet nichts, wenn man nicht geliebt und umsorgt ist. Das der Himmel: Jesus Christus als der gute Hirte, der weise Arzt und der Menschensohn, der zu Euerm lieben Verstorbenen sagt: Tritt ein und sei da, wo ich bin.
Wie schaut der Himmel aus? Diese Frage könnte man sehr profan nehmen und mit einem Blick nach oben oder aus dem Fenster wäre sie beantwortet. Verstanden einfach als Frage nach dem Wetter.
Heute stellen wir die Frage aber bewusst nach dem Himmlischen. Wie ist es nach dem Tod? Was heißt es, „bei Gott“ zu sein? Die heutigen Texte aus dem Psalm 23, aus dem Buch Hosea (Hos 6,1-2.3bcd*) und aus dem Johannesevangelium (Joh 14, 1-6) können uns da vielleicht ein wenig helfen. So lehrt uns Psalm 23, dass da ein Ort ist, wo alle Sehsüchte und Hoffnungen gestillt werden. Oder Hosea lehrt uns, dass unsere Wunden geheilt werden. Bei aller guten Medizin, bei aller guten Aufarbeitung von Trauer und Ängsten: Die Zeit hier auf der Erden heilt nicht alle Wunden; die Wunden bleiben ein Leben lang. Aber der Himmel begegnet mir dann als Ort, wo die Zeit nicht mehr ist und wo die Wunden dann (endlich) geheilt werden. So denken wir an Jesus als Hirte, der sorgt und als Arzt, der versorgt.
Gerade die ersten beiden Texte kann man durchaus einfach nur auf das Leben hier auf der Erde beziehen. Es sind alles Bilder und Erfahrungen, die wir hier auf der Erde haben. Da ist in allen drei Texten das Bild des Zuhause-sein: Ein Ort, wo die Wunden versorgt werden, wo ich für lange Zeit sein darf, wo jemand auf mich wartet. So auch das Bild aus dem Evangelium von den „Wohnungen“ die uns von Jesus bereitgestellt werden. Ich denke da an Jesus nicht als den ungeliebten Vermieter, sondern als einen der alles so einrichtet, dass es passt. So ähnlich wie Euer schönes Haus und wie Ihr es Euch gerade auch Dank der Hilfe Eures Ehemannes, Vaters, Schwiegervaters und Opa eingerichtet habt.
So eine hingebungsvolle Liebe zum Detail traue ich unserm Herrn Jesus für unsern Platz in der Ewigkeit auch zu.
Wie schaut der Himmel aus? Ihr habt gerade durch Euern NN erfahren, was es heisst, ein Zuhause zu haben und gerade die Seele des Menschen, das Miteinander, macht unser Leben lebenswert. Ich will mir den Himmel nicht als eine Sphäre vorstellen, abgehoben in grellem Licht oder ein Nirvana oder vielleicht voller Genüsse. Das alles bedeutet nichts, wenn man nicht geliebt und umsorgt ist. Das der Himmel: Jesus Christus als der gute Hirte, der weise Arzt und der Menschensohn, der zu Euerm lieben Verstorbenen sagt: Tritt ein und sei da, wo ich bin.
Montag, 16. Februar 2015
Faschingspredigt 2015
hier geht zur Faschingspredigt 2020.
Faschingspredigt 2015:
Ihr Schwestern und Brüder, mir sei´s nicht genommen,
bin heute als Apostel zu euch gekommen.
Voll Freude im Herzen, mit einem Lächeln auf dem Mund –
tu ich euch die frohe Botschaft kund.
E bissi fühl´ich mich wie Eli aus dem Buch Samuel Eins,
Wunder gibt´s wenig, ein Wort von oben oft keins.
Drum kann ich den Auftrag von Jesus nicht richtig versteh´n,
der Geheilte soll still und leise wieder gehn´n?!
Warum darf er´s nicht den Menschen verkünden,
damit die dann den Messias finden?
Alles so kryptisch und geheim;
darf man das Wunder nicht in die Menge schrei´n?
Und wenn ich jemandem verbiete, es weiter zu sagen,
wird er es nicht erst Recht in Welt hinaus tragen?
Ein Wunderwutzi ist Jesus nicht,
der uns das Blaue vom Himmel verspricht.
Sein Mitleid treibt ihn zu edlen Taten;
und der Aussätzige muss auch nicht lange warten.
Aber denkt Er nicht auch an unsre Gebrechen?
Oder tut sich damit unser Unglaube rächen?
Könnt ich als Pater auch Wunder tun,
wenn mein Herz würde näher bei Jesu Herz ruh´n?
Warum das Leid in dieser Welt,
da ist doch Jesus, unser Held?
Doch würde ER unser Leid wegkehren,
könnte sich dann das Gute ins Uns vermehren?
Dass wir in schwieriger Lebenslage,
nicht nur seh´n die traurige Plage.
Der Sturm, er wird schon bald beginnen
und uns ganz schön ins Wanken bringen.
Voll Vertrauen auf den Herrgott schauen,
an Seinem Reich durch gute Werke bauen.
Der Glaube setzt nun mal Freiheit voraus.
Jetzt sprech´ ich mein „Amen“ – Die Predigt ist aus.
Link:
Texte des 6. Sonntags im Jahreskreis B
Faschingspredigt 2015:
Ihr Schwestern und Brüder, mir sei´s nicht genommen,
bin heute als Apostel zu euch gekommen.
Voll Freude im Herzen, mit einem Lächeln auf dem Mund –
tu ich euch die frohe Botschaft kund.
E bissi fühl´ich mich wie Eli aus dem Buch Samuel Eins,
Wunder gibt´s wenig, ein Wort von oben oft keins.
Drum kann ich den Auftrag von Jesus nicht richtig versteh´n,
der Geheilte soll still und leise wieder gehn´n?!
Warum darf er´s nicht den Menschen verkünden,
damit die dann den Messias finden?
Alles so kryptisch und geheim;
darf man das Wunder nicht in die Menge schrei´n?
Und wenn ich jemandem verbiete, es weiter zu sagen,
wird er es nicht erst Recht in Welt hinaus tragen?
Ein Wunderwutzi ist Jesus nicht,
der uns das Blaue vom Himmel verspricht.
![]() |
| Codex Egberti, Fol 21v, zwischen 980 und 993 n.Chr., Heilung des Aussätzigen. Bildtexte: APOSTOLI, IHC XRC, LEPROSUS. |
und der Aussätzige muss auch nicht lange warten.
Aber denkt Er nicht auch an unsre Gebrechen?
Oder tut sich damit unser Unglaube rächen?
Könnt ich als Pater auch Wunder tun,
wenn mein Herz würde näher bei Jesu Herz ruh´n?
Warum das Leid in dieser Welt,
da ist doch Jesus, unser Held?
Doch würde ER unser Leid wegkehren,
könnte sich dann das Gute ins Uns vermehren?
Dass wir in schwieriger Lebenslage,
nicht nur seh´n die traurige Plage.
Der Sturm, er wird schon bald beginnen
und uns ganz schön ins Wanken bringen.
Voll Vertrauen auf den Herrgott schauen,
an Seinem Reich durch gute Werke bauen.
Der Glaube setzt nun mal Freiheit voraus.
Jetzt sprech´ ich mein „Amen“ – Die Predigt ist aus.
Link:
Texte des 6. Sonntags im Jahreskreis B
Mittwoch, 24. Dezember 2014
Stationenpredigt Weihnachten
Dieses Jahr mal was anderes: eine Stationenpredigt in der Pfarrkirche Sankt Gallen
Kirchenschiff Mitte
Ich stehe hier mitten in der großen Kirche. Ganz alleine stehe ich oft hier vor Dir, mein Gott. Oft verstehe ich nicht, was der Pater da vorne will. Die Gedanken kann ich nicht immer sooo nachvollziehen. Aber am heutigen Weihnachtstag weiß ich: Das Wort Gott hat sich klein gemacht. Für mich. Du bist nicht mehr der unendlich ferne Gott, sondern für mich hast Du Dich klein gemacht.
Beginn und Ende unseres christlichen Lebens wird besonders in unserer Josefikapelle deutlich. Hier wird getauft und hier steht am Ende der Sarg. Freude und Leid liegen nah beieinander. Das Leben ähnelt einer Kneippkur: Rauf und runter, heiß und unerbittlich kalt.
Bei Taufe und Requiem beten wir für die Befreiung des Menschen. Und da hatte Gott von Anfang an einen Plan, den er vor 2000 Jahren in die Tat umsetzte. „In dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat;
Marienaltar
Maria, die „Ja“ gesagt hat. Sie führt uns immer wieder zu ihrem Kind. Sie ist eine Frau, die entschlossen beginnt. Diese Entschlossenheit wollen wir heute für uns erbeten.
Engel
In unserer Kirche befinden sich viele Engel. Zwei Aufgaben hat ein Engel: Er betet Gott an und er verkündet uns Gott und seine Botschaft. „Brot ist wichtig, die Freiheit ist wichtiger, am wichtigsten aber die unverratene Treue und Anbetung.“ Das ist unser Auftrag als Kirche: Gott anbeten.
Altar
Gott ist klein geworden im Brot und Wein der Eucharistie. Futtertrog der Tiere, in dem Jesus liegt, ist der erste Altar Jesu Christi. Hier macht er sich klein für uns. Bethlehem heißt Haus des Brotes. Gott will uns Nahrung sein. Heute in der Eucharistie und irgendwann einmal für IMMER. Gott verbirgt sich in einem Kind/ Gott verbirgt sich in der Gestalt des Brotes.
Kirchenschiff Mitte
Ich stehe hier mitten in der großen Kirche. Ganz alleine stehe ich oft hier vor Dir, mein Gott. Oft verstehe ich nicht, was der Pater da vorne will. Die Gedanken kann ich nicht immer sooo nachvollziehen. Aber am heutigen Weihnachtstag weiß ich: Das Wort Gott hat sich klein gemacht. Für mich. Du bist nicht mehr der unendlich ferne Gott, sondern für mich hast Du Dich klein gemacht.
Beginn und Ende unseres christlichen Lebens wird besonders in unserer Josefikapelle deutlich. Hier wird getauft und hier steht am Ende der Sarg. Freude und Leid liegen nah beieinander. Das Leben ähnelt einer Kneippkur: Rauf und runter, heiß und unerbittlich kalt.
Bei Taufe und Requiem beten wir für die Befreiung des Menschen. Und da hatte Gott von Anfang an einen Plan, den er vor 2000 Jahren in die Tat umsetzte. „In dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat;
Marienaltar
Maria, die „Ja“ gesagt hat. Sie führt uns immer wieder zu ihrem Kind. Sie ist eine Frau, die entschlossen beginnt. Diese Entschlossenheit wollen wir heute für uns erbeten.
Engel
In unserer Kirche befinden sich viele Engel. Zwei Aufgaben hat ein Engel: Er betet Gott an und er verkündet uns Gott und seine Botschaft. „Brot ist wichtig, die Freiheit ist wichtiger, am wichtigsten aber die unverratene Treue und Anbetung.“ Das ist unser Auftrag als Kirche: Gott anbeten.
Altar
Gott ist klein geworden im Brot und Wein der Eucharistie. Futtertrog der Tiere, in dem Jesus liegt, ist der erste Altar Jesu Christi. Hier macht er sich klein für uns. Bethlehem heißt Haus des Brotes. Gott will uns Nahrung sein. Heute in der Eucharistie und irgendwann einmal für IMMER. Gott verbirgt sich in einem Kind/ Gott verbirgt sich in der Gestalt des Brotes.
Samstag, 15. November 2014
Elisabeth von Thüringen - Schönheit die bleibt
Wir feiern heute eine der schönsten Frauen, die die Welt je gesehen hat. „Trügerisch ist Anmut, vergänglich die Schönheit“, haben wir eben aus den Sprichwörtern gehört. Aber Nein, diese Schönheit ist nicht gemeint. ich rede von einer bleibenden Schönheit. Schönheit für die Ewigkeit.
Jedes Kosmetikstudio, jeder Trachtenladen würde diese gern im Programm haben und uns anbieten. Ich denke an die wahre Schönheit, die wir in den hellen Momenten des Lebens auch als solche erkennen: Die angeheiratete Verwandtschaft hat Elisabeth nicht ausstehen können. Aber sie begegnet ihnen nicht mit Hass, sondern mit Güte. Ihr Mann früh verstorben, Regentschaft und Hof gingen verloren, aber sie macht etwas draus und zieht sich nicht verbittert zurück. Selbst die Ärmsten machen sich lustig über sie und Elisabeth? Sie singt ihren Lobpreis auf den guten Gott.
Ich denke oft an die arbeitenden Hände einer Frau, die den Hof am Laufen hält. Wenn sie das in Liebe tut, dann sind diese rauen Händen nicht hässlich, sondern ein Schmuck. Ich denke an die tiefe Trauer, die uns ins tiefste Loch werfen kann. Aber dann steht der Mensch wieder auf, die Trauer zwar nicht weggeblasen, aber in Hoffnung und Zuversicht und im Vertrauen darauf, dass Gott es irgendwie gut mit ihm meint.
Heilige Elisabeth, du schönste aller Frauen, bitte für uns.
verwandter Link:
Predigt am 15.11.2014 von Generalabt Mauro Giuseppe Lepori OCist zum Leopoldifest im Stift Heiligenkreuz (Audio)
-
Jedes Kosmetikstudio, jeder Trachtenladen würde diese gern im Programm haben und uns anbieten. Ich denke an die wahre Schönheit, die wir in den hellen Momenten des Lebens auch als solche erkennen: Die angeheiratete Verwandtschaft hat Elisabeth nicht ausstehen können. Aber sie begegnet ihnen nicht mit Hass, sondern mit Güte. Ihr Mann früh verstorben, Regentschaft und Hof gingen verloren, aber sie macht etwas draus und zieht sich nicht verbittert zurück. Selbst die Ärmsten machen sich lustig über sie und Elisabeth? Sie singt ihren Lobpreis auf den guten Gott.
Ich denke oft an die arbeitenden Hände einer Frau, die den Hof am Laufen hält. Wenn sie das in Liebe tut, dann sind diese rauen Händen nicht hässlich, sondern ein Schmuck. Ich denke an die tiefe Trauer, die uns ins tiefste Loch werfen kann. Aber dann steht der Mensch wieder auf, die Trauer zwar nicht weggeblasen, aber in Hoffnung und Zuversicht und im Vertrauen darauf, dass Gott es irgendwie gut mit ihm meint.
Heilige Elisabeth, du schönste aller Frauen, bitte für uns.
verwandter Link:
Predigt am 15.11.2014 von Generalabt Mauro Giuseppe Lepori OCist zum Leopoldifest im Stift Heiligenkreuz (Audio)
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Freitag, 31. Oktober 2014
Predigt zu Allerheiligen - Respekt
Respekt - Selig
Respekt, dass Sie heute gekommen sind. Liebe heilige Gemeinde von Sankt Gallen/ Altenmarkt.
„Respekt“
Ein kleines Wörtchen das in unserer Zeit (genauer gesagt seit den 60ern und der Bürgerrechtsbewegung in den USA) Furore machte: RESPEKT.
Ein Wort das aus dem Mund einer schwarzen Soulsängerin (Aretha Franklin) viele Menschen (Schwarze, Frauen) angetrieben hat, auf die Straße zu gehen und Rechte einzufordern und das mit Recht.
In der Tat scheint es gar nicht so falsch zu sein: Ich respektiere den anderen in seiner Andersartigkeit - bin also tolerant - und so entsteht dann eine Gesellschaft, wo ein Miteinander möglich ist.
Respekt hat bei Sportlern die Bedeutung, dass ich dem anderen zugestehe, dass er stark ist und mich schlagen kann/ dass ich ihn ernst nehme.
Und doch hat es auch irgendetwas furchteinflössendes dieses manchmal vielleicht gar nicht so kleine Wort.
Ganz anders das Wort „selig“. Es kommt IMMER unbewaffnet daher.
Heute im Evangelium begegnet es uns. Es ist davon die Rede, dass die Schwachen stark werden; die die nicht mit Gewalt gegen andere kämpfen, viel haben werden. Denen es so richtig schlecht geht, denen geht wird es besser gehen. Ist das nicht alle utopisch?
Die harte Realität lehrt uns doch was anderes?! Und doch habe wir alle diese Ohnmacht schon mal erlebt. Wir alle haben auch schon mal zu den Schwachen gehört. Und in dem Moment, wo wir ganz unten auf der Verliererseite stehen, ist es Gott der uns berührt und zärtlich annimmt. „SELIG BIST DU!“
Letzte Woche in der syrischen Stadt Homs: Ein 84 Jahre alter Angehöriger der griechisch-orthodoxen Kirche hat sich geweigert, seine Wohnung zu verlassen und mit den anderen Christen zu fliehen. Am vergangenen Dienstag wurde er getötet. Ob er Opfer der syrischen Armee oder der Rebellen wurde, bleibt offen. Er war der letzte Christ im Zentrum von Homs.
Ich glaube nicht, dass er seinen Mördern gegenüber so was wie „Respekt“ entgegen bringen konnte.
Und ich glaube auch nicht, dass GOTT zu ihm sagt, Respekt, dass Du Dich hast umbringen lassen.
Vielmehr wird ER sagen: „Selig, die keine Gewalt anwenden“
Die ganze Seligpreisung heißt übrigens „Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.“ Soll heißen, sie haben Zukunft.
Ich muss gestehen, dass ich diesen Satz nicht ganz verstehe?! Wo haben die Christen denn Zukunft?
Seit der ersten Christenverfolgung im römischen Reich sind sich die Christen darin einig, dass es einen Nutzen bringt, sich nicht mit Gewalt zu wehren. Man sagt: Das Blut der Märtyrer ist der Samen, aus dem die neue Kirche entsteht. Das ist nicht so, weil Gott Blut sehen will, sondern weil die Menschen sich mit dem Leiden Christi verbinden und Leid so nie mehr sinnlos ist.
Es gab und gibt auch Christen, die sich wehren. Die Gewalt anwenden. RESPEKT FORDERN. Aber von denen soll jetzt nicht die Rede sein.
„Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“
Jesus Christus hat die Menschen, die arm und verfolgt sind nicht selig gepriesen, weil sie so sind, wie sie sind. So nach dem Motto, Du bist jetzt arm und kommst in den Himmel. Jesus hat sie seliggepriesen, weil aus einer verwandelten, inneren Gesinnung seinen Weg mitgegangen sind. Wer diesen Weg mit dem Auferstandenen geht, ist als österlicher Mensch selig zu preisen; denn ihm ist Christus lebendig gegenwärtig und brüderlich nahe. So ist Allerheiligen ein Osterfest im Herbst.
Wir gedenken am heutigen und morgigen Tag auch unserer Toten. Halloween zeigt uns eine ziemlich grausige Seite des Todes. Wuahh! Es muss einem grausig sein.
Das heutige Fest will uns zeigen, dass der Tod nicht grausig ist, wenn wir unsere Gewänder im Blut des Lammes weiß gewaschen haben.
Ich will später mal nicht zu einer Horde Zombies dazulernet, sondern zu den Heiligen will ich dazu treten.
Respekt, dass Sie heute gekommen sind. Liebe heilige Gemeinde von Sankt Gallen/ Altenmarkt.
„Respekt“
Ein kleines Wörtchen das in unserer Zeit (genauer gesagt seit den 60ern und der Bürgerrechtsbewegung in den USA) Furore machte: RESPEKT.
Ein Wort das aus dem Mund einer schwarzen Soulsängerin (Aretha Franklin) viele Menschen (Schwarze, Frauen) angetrieben hat, auf die Straße zu gehen und Rechte einzufordern und das mit Recht.
In der Tat scheint es gar nicht so falsch zu sein: Ich respektiere den anderen in seiner Andersartigkeit - bin also tolerant - und so entsteht dann eine Gesellschaft, wo ein Miteinander möglich ist.
Respekt hat bei Sportlern die Bedeutung, dass ich dem anderen zugestehe, dass er stark ist und mich schlagen kann/ dass ich ihn ernst nehme.
Und doch hat es auch irgendetwas furchteinflössendes dieses manchmal vielleicht gar nicht so kleine Wort.
Ganz anders das Wort „selig“. Es kommt IMMER unbewaffnet daher.
Heute im Evangelium begegnet es uns. Es ist davon die Rede, dass die Schwachen stark werden; die die nicht mit Gewalt gegen andere kämpfen, viel haben werden. Denen es so richtig schlecht geht, denen geht wird es besser gehen. Ist das nicht alle utopisch?
Die harte Realität lehrt uns doch was anderes?! Und doch habe wir alle diese Ohnmacht schon mal erlebt. Wir alle haben auch schon mal zu den Schwachen gehört. Und in dem Moment, wo wir ganz unten auf der Verliererseite stehen, ist es Gott der uns berührt und zärtlich annimmt. „SELIG BIST DU!“
Letzte Woche in der syrischen Stadt Homs: Ein 84 Jahre alter Angehöriger der griechisch-orthodoxen Kirche hat sich geweigert, seine Wohnung zu verlassen und mit den anderen Christen zu fliehen. Am vergangenen Dienstag wurde er getötet. Ob er Opfer der syrischen Armee oder der Rebellen wurde, bleibt offen. Er war der letzte Christ im Zentrum von Homs.
Ich glaube nicht, dass er seinen Mördern gegenüber so was wie „Respekt“ entgegen bringen konnte.
Und ich glaube auch nicht, dass GOTT zu ihm sagt, Respekt, dass Du Dich hast umbringen lassen.
Vielmehr wird ER sagen: „Selig, die keine Gewalt anwenden“
Die ganze Seligpreisung heißt übrigens „Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.“ Soll heißen, sie haben Zukunft.
Ich muss gestehen, dass ich diesen Satz nicht ganz verstehe?! Wo haben die Christen denn Zukunft?
Seit der ersten Christenverfolgung im römischen Reich sind sich die Christen darin einig, dass es einen Nutzen bringt, sich nicht mit Gewalt zu wehren. Man sagt: Das Blut der Märtyrer ist der Samen, aus dem die neue Kirche entsteht. Das ist nicht so, weil Gott Blut sehen will, sondern weil die Menschen sich mit dem Leiden Christi verbinden und Leid so nie mehr sinnlos ist.
Es gab und gibt auch Christen, die sich wehren. Die Gewalt anwenden. RESPEKT FORDERN. Aber von denen soll jetzt nicht die Rede sein.
„Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“
Jesus Christus hat die Menschen, die arm und verfolgt sind nicht selig gepriesen, weil sie so sind, wie sie sind. So nach dem Motto, Du bist jetzt arm und kommst in den Himmel. Jesus hat sie seliggepriesen, weil aus einer verwandelten, inneren Gesinnung seinen Weg mitgegangen sind. Wer diesen Weg mit dem Auferstandenen geht, ist als österlicher Mensch selig zu preisen; denn ihm ist Christus lebendig gegenwärtig und brüderlich nahe. So ist Allerheiligen ein Osterfest im Herbst.
Wir gedenken am heutigen und morgigen Tag auch unserer Toten. Halloween zeigt uns eine ziemlich grausige Seite des Todes. Wuahh! Es muss einem grausig sein.
Das heutige Fest will uns zeigen, dass der Tod nicht grausig ist, wenn wir unsere Gewänder im Blut des Lammes weiß gewaschen haben.
Ich will später mal nicht zu einer Horde Zombies dazulernet, sondern zu den Heiligen will ich dazu treten.
Predigt zu Allerheiligen - Glück der Götter
Liebe heilige Gemeinde von ….
Der November ein Monat, wo man sich seiner Zeit bewusst werden kann. Wir gedenken der Toten, deren Zeit abgelaufen ist und wir nehmen uns Menschen auch als begrenzt war - irgendwann wird auch unsere Zeit abgelaufen sein. Zeit spielte auch am letzten Wochenende eine Rolle. Uns wurde die Stunde, die man uns Ende März genommen hatte, wieder gegeben.
Da wir nicht an die Wiedergeburt glauben, ist Zeit etwas Irdisches, das man im Himmel nicht mehr hat. Das soll jetzt nicht heißen, dass es im Himmel hektisch zugeht. Nein, man braucht keine Zeit mehr. Der Himmel als einen Zustand jenseits von Raum und Zeit - so unsere Vorstellung.
In den Seligpreisungen gelingt es Jesus unsere Jetztzeit (Gegenwart) mit dem Himmlischen in einen unmittelbaren Zusammenhang zu setzen. Er nennt einen irdischen Zustand, eine Tat, die den guten Menschen auszeichnet und sogleich eine unmittelbare Wirkung, die das für unsere himmlische Existenz hat.
Man könnte jetzt von so einer Art Belohnung ausgehn: ZB: Wenn du keine Gewalt anwendest, dann wirst du das Land erben. Und in der Tat sagt ja Jesus am Ende: „Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“ Aber die Seligpreisung greifen tiefer.
Das griechische Wort für „selig“ lautet „makarios“ und beschreibt das Glück, das eigentlich nur den Göttern zusteht. Wir können also als Menschen schon in der Gegenwart einen Zustand erreichen, der uns vom ärmlichen Menschsein abhebt. Gewaltlosigkeit, Reinheit des Herzens usw. alles Dinge, die uns diesem Zustand näher bringen. Und so ist das Reich Gottes mitten in mir.
Damit die Botschaft der Seligpreisungen uns in Fleisch und Blut übergehen kann, empfiehlt sich ein Ratschlag, den die alten Mönche den Novizen weiter gaben, die ein klösterliches Leben beginnen wollten. Den Novizen wurde nahe gelegt, die verschiedenen guten Eigenschaften nachzuahmen, die sie bei den Klostermitgliedern feststellten. Einige lebten wirklich arm und anspruchslos, andere waren geduldig, umgänglich und zuvorkommend im Zusammenleben. Einige waren bereit, sich voll einzusetzen, andere zeigten sich immer wieder gütig und dienstbereit.
Ähnlich ist es mit den Seligpreisungen. Wir sollten uns zwar alle zu eigen machen und sie leben, doch die eine oder andere Seligpreisung ist besonders auf uns und unseren Charakter zugeschnitten. Mit ihr können wir uns identifizieren. Dann spüren wir auch, dass diese oder jene weitere Seligpreisung ebenfalls in die Praxis umgesetzt werden sollte. Wenn wir das versuchen, kommen wir einen Schritt weiter.
Wir sollten uns also schlicht und einfach bemühen, im Guten konkrete Fortschritte zu machen. „Eile mit Weile“ ist besser, als „alles auf einmal“ zu wollen und dann den Mut sinken zu lassen. Wir dürfen und sollen Christus nachahmen, aber auch so viele anonyme Christen geben uns das gute Beispiel. Der heilige Benedikt schreibt:
Der November ein Monat, wo man sich seiner Zeit bewusst werden kann. Wir gedenken der Toten, deren Zeit abgelaufen ist und wir nehmen uns Menschen auch als begrenzt war - irgendwann wird auch unsere Zeit abgelaufen sein. Zeit spielte auch am letzten Wochenende eine Rolle. Uns wurde die Stunde, die man uns Ende März genommen hatte, wieder gegeben.
Da wir nicht an die Wiedergeburt glauben, ist Zeit etwas Irdisches, das man im Himmel nicht mehr hat. Das soll jetzt nicht heißen, dass es im Himmel hektisch zugeht. Nein, man braucht keine Zeit mehr. Der Himmel als einen Zustand jenseits von Raum und Zeit - so unsere Vorstellung.
In den Seligpreisungen gelingt es Jesus unsere Jetztzeit (Gegenwart) mit dem Himmlischen in einen unmittelbaren Zusammenhang zu setzen. Er nennt einen irdischen Zustand, eine Tat, die den guten Menschen auszeichnet und sogleich eine unmittelbare Wirkung, die das für unsere himmlische Existenz hat.
Man könnte jetzt von so einer Art Belohnung ausgehn: ZB: Wenn du keine Gewalt anwendest, dann wirst du das Land erben. Und in der Tat sagt ja Jesus am Ende: „Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“ Aber die Seligpreisung greifen tiefer.
Das griechische Wort für „selig“ lautet „makarios“ und beschreibt das Glück, das eigentlich nur den Göttern zusteht. Wir können also als Menschen schon in der Gegenwart einen Zustand erreichen, der uns vom ärmlichen Menschsein abhebt. Gewaltlosigkeit, Reinheit des Herzens usw. alles Dinge, die uns diesem Zustand näher bringen. Und so ist das Reich Gottes mitten in mir.
Damit die Botschaft der Seligpreisungen uns in Fleisch und Blut übergehen kann, empfiehlt sich ein Ratschlag, den die alten Mönche den Novizen weiter gaben, die ein klösterliches Leben beginnen wollten. Den Novizen wurde nahe gelegt, die verschiedenen guten Eigenschaften nachzuahmen, die sie bei den Klostermitgliedern feststellten. Einige lebten wirklich arm und anspruchslos, andere waren geduldig, umgänglich und zuvorkommend im Zusammenleben. Einige waren bereit, sich voll einzusetzen, andere zeigten sich immer wieder gütig und dienstbereit.
Ähnlich ist es mit den Seligpreisungen. Wir sollten uns zwar alle zu eigen machen und sie leben, doch die eine oder andere Seligpreisung ist besonders auf uns und unseren Charakter zugeschnitten. Mit ihr können wir uns identifizieren. Dann spüren wir auch, dass diese oder jene weitere Seligpreisung ebenfalls in die Praxis umgesetzt werden sollte. Wenn wir das versuchen, kommen wir einen Schritt weiter.
Wir sollten uns also schlicht und einfach bemühen, im Guten konkrete Fortschritte zu machen. „Eile mit Weile“ ist besser, als „alles auf einmal“ zu wollen und dann den Mut sinken zu lassen. Wir dürfen und sollen Christus nachahmen, aber auch so viele anonyme Christen geben uns das gute Beispiel. Der heilige Benedikt schreibt:
„Wer auf dem guten Weg und im Glauben voranschreitet, dem weitet sich das Herz und mit der schwer zu beschreibenden Freude der Liebe eilt er voran“und steigt aufwärts auf den Berg der Seligpreisungen.
„Lebe das, was du vom Evangelium begriffen hast, und sei es noch so wenig, aber lebe es!.“ Frère Roger Louis Schutz-Marsauche
„Das Gestern gehört der Vergangenheit, das Morgen der Zukunft, die wir nicht in der Hand haben. Es kann sein, dass es kein Morgen mehr gibt. - Wir haben nichts als den heutigen Tag.“ Mutter Theresia von Kalkutta
Sonntag, 19. Oktober 2014
der Wert des Menschen
Predigt 29. Sonntag im Jahreskreis A
Mit dem heutigen Tag und der Seligsprechung des Papstes Paul VI. endet die Familiensynode in Rom. In diesen Tagen muss man sagen, die Kirche kann noch viel lernen, besonders was ihre Öffentlichkeitsarbeit betrifft. Da werden Arbeitsdokumente an die Öffentlichkeit gegeben, die dann (vielleicht bewusst) missverstanden werden (können). Hier gilt das Jesuswort „die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht.“ (Lk 16,8)
So kann die Kirche, muss die Kirche lernen, wie sie Medienarbeit macht. Das machen die Kinder dieser Welt manchmal viel besser.
Dieser Dualismus spielt im Evangelium immer wieder eine Rolle: Böse, dunkle Welt da, helle, gute Welt/ Kirche hier. Und gerade da ist es gut zu wissen, wie sehr Gott auch auf diese Welt zählt und baut. So berichtet uns der Prophet Jesaja heute vom persischen König Kyrus. (Nicht zu verwechseln mit dem Kyrios - dem HERRN.
Auf Kyrus, diesen Fremdherrscher, baut Gott. Das ist für die Ohren der Israeliten ein Unding. Doch die Zeiten des riesigen Königreichs Davids sind längst vorbei. Israel war die längste Zeit der Geschichte von großen Reichen okkupiert. Damals waren es die Perser oder Babylonier. Zur Zeit Jesu waren es die Römer. Und genau hier setzen die Pharisäer an, wenn sie Jesus in die Enge treiben wollen. Sie werfen Ihm und somit letztlich dieser „christlichen Sekte“ damals vor, dass sie eine Paralleljustiz aufbauen, dass sie den bestehenden Staat nicht anerkennen. <— solche Vorwürfe gibt es heute interessanterweise auch gegen andere…
Aufhänger des Streites ist das Geld. Und sein wir uns ehrlich, wer zahlt schon gerne Steuern? Das Geld spielte anscheinend schon damals eine Rolle und beherrschte die Menschen.
Doch was macht Jesus? Er lässt sich eine kleine Münze zeigen. Das Geld zeigt das Bild des Kaisers. Was ist Geld und warum hat es einen Wert? Es hat nur einen Wert, weil das Volk/ die Völker dem Bankensystem vertrauen.
Geld muss und darf immer als ein Mittel zum Handeln verstanden werden; aber nie als unser Ziel. „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“
Aber was gehört Gott?
Ihm gebührt ein höherer Wert als Geld. Ihm gehört das Leben. Das Leben ist überhaupt der höchste Wert, den die Heilige Schrift kennt. Von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Ganz anders die Parolen, die seit 50 Jahren zu hören sind: „Mein Bauch gehört mir“. Und in diesen Tag ist vielleicht immer öfter zu hören: „Mein Sterben gehört mir.“ Nein, das Leben gehört von der Empfängnis bis zum Tod Gott.
In Deutschland wird seit diesem Monat auch wieder darüber diskutiert und ich bin mir sicher, dass die Dämme brechen werden. Sie werden brechen, weil entsprechende Menschen so laut schreien und nicht aufhören, bis Euthanasie wieder erlaubt ist. Sie werden brechen, weil die „Wertkonservativen“ wiedermal schweigen werden und keine Koalition aufs Spiel setzen. Und leider übernehmen wir in Österreich oft das Schlechte aus Deutschland. (Anmerkung: euer Herr Kaplan natürlich ausgenommen ;-) )
Gott ist der Herr des Lebens - von der Empfängnis bis zum Tod. Und dazwischen? Der heiligen Antonius von Padua beschreibt das heutige Evangelium und dreht den Spieß um. Er nimmt das Bild von der Münze und wendet es auf uns an: Wir sind ein Stück Metal und erhalten erst dadurch unsern Wert, weil uns das Bildnis des dreieinen Gottes aufgeprägt ist.
Das ist der Wert unseres Lebens. Wir als Ebenbilder Gottes. Und da gilt es, Euch allen zu gratulieren, dass ihr so eine wertvolle Prägung erfahren habt.
Mit dem heutigen Tag und der Seligsprechung des Papstes Paul VI. endet die Familiensynode in Rom. In diesen Tagen muss man sagen, die Kirche kann noch viel lernen, besonders was ihre Öffentlichkeitsarbeit betrifft. Da werden Arbeitsdokumente an die Öffentlichkeit gegeben, die dann (vielleicht bewusst) missverstanden werden (können). Hier gilt das Jesuswort „die Söhne dieser Welt sind klüger als die Söhne des Lichts gegen ihr eigenes Geschlecht.“ (Lk 16,8)
So kann die Kirche, muss die Kirche lernen, wie sie Medienarbeit macht. Das machen die Kinder dieser Welt manchmal viel besser.
Dieser Dualismus spielt im Evangelium immer wieder eine Rolle: Böse, dunkle Welt da, helle, gute Welt/ Kirche hier. Und gerade da ist es gut zu wissen, wie sehr Gott auch auf diese Welt zählt und baut. So berichtet uns der Prophet Jesaja heute vom persischen König Kyrus. (Nicht zu verwechseln mit dem Kyrios - dem HERRN.
Auf Kyrus, diesen Fremdherrscher, baut Gott. Das ist für die Ohren der Israeliten ein Unding. Doch die Zeiten des riesigen Königreichs Davids sind längst vorbei. Israel war die längste Zeit der Geschichte von großen Reichen okkupiert. Damals waren es die Perser oder Babylonier. Zur Zeit Jesu waren es die Römer. Und genau hier setzen die Pharisäer an, wenn sie Jesus in die Enge treiben wollen. Sie werfen Ihm und somit letztlich dieser „christlichen Sekte“ damals vor, dass sie eine Paralleljustiz aufbauen, dass sie den bestehenden Staat nicht anerkennen. <— solche Vorwürfe gibt es heute interessanterweise auch gegen andere…
Aufhänger des Streites ist das Geld. Und sein wir uns ehrlich, wer zahlt schon gerne Steuern? Das Geld spielte anscheinend schon damals eine Rolle und beherrschte die Menschen.
Doch was macht Jesus? Er lässt sich eine kleine Münze zeigen. Das Geld zeigt das Bild des Kaisers. Was ist Geld und warum hat es einen Wert? Es hat nur einen Wert, weil das Volk/ die Völker dem Bankensystem vertrauen.
Geld muss und darf immer als ein Mittel zum Handeln verstanden werden; aber nie als unser Ziel. „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“
Aber was gehört Gott?
Ihm gebührt ein höherer Wert als Geld. Ihm gehört das Leben. Das Leben ist überhaupt der höchste Wert, den die Heilige Schrift kennt. Von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod. Ganz anders die Parolen, die seit 50 Jahren zu hören sind: „Mein Bauch gehört mir“. Und in diesen Tag ist vielleicht immer öfter zu hören: „Mein Sterben gehört mir.“ Nein, das Leben gehört von der Empfängnis bis zum Tod Gott.
In Deutschland wird seit diesem Monat auch wieder darüber diskutiert und ich bin mir sicher, dass die Dämme brechen werden. Sie werden brechen, weil entsprechende Menschen so laut schreien und nicht aufhören, bis Euthanasie wieder erlaubt ist. Sie werden brechen, weil die „Wertkonservativen“ wiedermal schweigen werden und keine Koalition aufs Spiel setzen. Und leider übernehmen wir in Österreich oft das Schlechte aus Deutschland. (Anmerkung: euer Herr Kaplan natürlich ausgenommen ;-) )
Gott ist der Herr des Lebens - von der Empfängnis bis zum Tod. Und dazwischen? Der heiligen Antonius von Padua beschreibt das heutige Evangelium und dreht den Spieß um. Er nimmt das Bild von der Münze und wendet es auf uns an: Wir sind ein Stück Metal und erhalten erst dadurch unsern Wert, weil uns das Bildnis des dreieinen Gottes aufgeprägt ist.
Das ist der Wert unseres Lebens. Wir als Ebenbilder Gottes. Und da gilt es, Euch allen zu gratulieren, dass ihr so eine wertvolle Prägung erfahren habt.
Dienstag, 22. Juli 2014
Requiem "Hochzeitsmahl" / Advent
Liebe Frau NN. Liebe Trauerfamilien N und N.
Liebe Trauergemeinde.
Jesaja ist der Prophet, der uns durch den Advent führt. Mit Bildern aus der blühenden Natur, mit Bildern des Friedens und mit dem eben gehörten Bild vom Festmahl „mit den feinsten Speisen“.
Ähnlich ist auch im Evangelium von einem Mahl bzw. von einer Speisung die Rede. Es sind Bilder, die von unserm Leben hier auf Erden erzählen, von der Fülle, die wir erfahren dürfen. Es sind Bilder, die vom Himmel erzählen, wo Friede ist und wo auch ein himmlisches Hochzeitsmahl stattfindet.
Wir sollen an so einem Tag wie heute auch unserer Dankbarkeit für unser Leben und besonders für das Leben des Verstorbenen vor Gott bringen. Da meine ich vor allem das Leben vor seiner Krankheit, das durch Familienglück, musikalische Freuden usw.. geprägt war. Ich weiß nicht inwieweit es möglich ist Dankbarkeit für die schweren Jahre zu empfinden?! Nun ist es aber die Erfahrung der Menschen, dass gerade die Pflege und der Besuch bei den Angehörigen uns in zärtlicher Weise näher zusammenwachsen lässt. Dass Verzeihen gerade in den Stunden der Krankheit eher möglich ist. Dass man gerade im Angesicht der Zerbrechlichkeit und des Todes das eigene Leben wieder schätzen lernt.
Wir beten in dieser heiligen Messe, dass Euer lieber Ehemann, Vater und Opa jetzt am himmlischen Hochzeitsmahl teilnehmen kann und da vielleicht in irgendeiner Weise auch wieder die
feinsten Speisen zu sich nehmen kann, das was er jahrelang nicht konnte.
Immer wieder erzählt das Evangelium von Heilungen, die Jesus vornimmt. Man kann schon deutlich daraus hören, dass der Herr den Menschen gesund haben will, dass ihm etwas an unserer seelischen, aber auch eben körperlichen Unversehrtheit liegt und man fragt sich an so einem Tag wie heute, warum musste unser lieber Verstorbene so über die Jahre leiden?
Warum funktioniert dieser Automatismus nicht: Man bringt die Kranken zu Jesus und er heilt sie?
Alle Evangelien sind doch voll davon, dass Jesus MITLEID hat und dass ER sich dem Menschen zuwendet.
Es ist vielleicht nur ein schwacher Trost, dass die Pflege, die ihm durch Euch, liebe Angehörige, aber auch durch das Pflegepersonal, das ihn jahrelang betreut hat, eine besondere Form der Zuneigung ist, die uns Menschen und ich hoffe besonders auch uns Christen eigen ist: Wir kümmern uns umeinander in den schweren Stunden.
Nein, das ist nicht selbstverständlich. Und JA, wir erfüllen damit den Auftrag Jesu, dass wir einander dienen sollen, so wie er seine Jünger und uns im Abendmahlsaal bedient hat.
Wie gesagt, Danken wir an diesem Tag besonders für die hellen Stunden. Für die Stunden, wo Ihr Familie im besten Sinne erlebt habt. Ich spreche da immer gern von der Fülle. Das Gute, das wir schon HIER UND JETZT haben dürfen.
Und sind wir uns dessen bewusst, dass die eigentlich Fülle erst kommt und das Euer Ehemann, Vater, Schwiegervater, Opa und Uropa jetzt die Fülle im Himmel hat.
Liebe Trauergemeinde.
Jesaja ist der Prophet, der uns durch den Advent führt. Mit Bildern aus der blühenden Natur, mit Bildern des Friedens und mit dem eben gehörten Bild vom Festmahl „mit den feinsten Speisen“.
Ähnlich ist auch im Evangelium von einem Mahl bzw. von einer Speisung die Rede. Es sind Bilder, die von unserm Leben hier auf Erden erzählen, von der Fülle, die wir erfahren dürfen. Es sind Bilder, die vom Himmel erzählen, wo Friede ist und wo auch ein himmlisches Hochzeitsmahl stattfindet.
Wir sollen an so einem Tag wie heute auch unserer Dankbarkeit für unser Leben und besonders für das Leben des Verstorbenen vor Gott bringen. Da meine ich vor allem das Leben vor seiner Krankheit, das durch Familienglück, musikalische Freuden usw.. geprägt war. Ich weiß nicht inwieweit es möglich ist Dankbarkeit für die schweren Jahre zu empfinden?! Nun ist es aber die Erfahrung der Menschen, dass gerade die Pflege und der Besuch bei den Angehörigen uns in zärtlicher Weise näher zusammenwachsen lässt. Dass Verzeihen gerade in den Stunden der Krankheit eher möglich ist. Dass man gerade im Angesicht der Zerbrechlichkeit und des Todes das eigene Leben wieder schätzen lernt.
Wir beten in dieser heiligen Messe, dass Euer lieber Ehemann, Vater und Opa jetzt am himmlischen Hochzeitsmahl teilnehmen kann und da vielleicht in irgendeiner Weise auch wieder die
feinsten Speisen zu sich nehmen kann, das was er jahrelang nicht konnte.
Immer wieder erzählt das Evangelium von Heilungen, die Jesus vornimmt. Man kann schon deutlich daraus hören, dass der Herr den Menschen gesund haben will, dass ihm etwas an unserer seelischen, aber auch eben körperlichen Unversehrtheit liegt und man fragt sich an so einem Tag wie heute, warum musste unser lieber Verstorbene so über die Jahre leiden?
Warum funktioniert dieser Automatismus nicht: Man bringt die Kranken zu Jesus und er heilt sie?
Alle Evangelien sind doch voll davon, dass Jesus MITLEID hat und dass ER sich dem Menschen zuwendet.
Es ist vielleicht nur ein schwacher Trost, dass die Pflege, die ihm durch Euch, liebe Angehörige, aber auch durch das Pflegepersonal, das ihn jahrelang betreut hat, eine besondere Form der Zuneigung ist, die uns Menschen und ich hoffe besonders auch uns Christen eigen ist: Wir kümmern uns umeinander in den schweren Stunden.
Nein, das ist nicht selbstverständlich. Und JA, wir erfüllen damit den Auftrag Jesu, dass wir einander dienen sollen, so wie er seine Jünger und uns im Abendmahlsaal bedient hat.
Wie gesagt, Danken wir an diesem Tag besonders für die hellen Stunden. Für die Stunden, wo Ihr Familie im besten Sinne erlebt habt. Ich spreche da immer gern von der Fülle. Das Gute, das wir schon HIER UND JETZT haben dürfen.
Und sind wir uns dessen bewusst, dass die eigentlich Fülle erst kommt und das Euer Ehemann, Vater, Schwiegervater, Opa und Uropa jetzt die Fülle im Himmel hat.
Requiem "Pfingstrosen"
In dieser Woche ist unsere Pfarrkirche mit Pfingstrosen geschmückt. Lange sind diese Blumen verschlossen. Und doch erkennt man schon, wie kräftigt und voll sie sind. Und dann öffnet sie sich. Für mich ist die Pfingstrose auch ein Bild für unser Leben. Die ganze Schönheit, der ganze Sinn eines Lebens erschließt sich nicht gleich. Die Blume ist verschlossen und erst zum Schluss offenbart sie ihre ganze Schönheit und Pracht. Liebe Frau (Name der Verstorbenen). Dein Leben hier auf Erden ist jetzt zu Ende. Aber bei Gott findest Du Erfüllung und ewiges Leben. Mit Deinem Gatten. Mit Deinem Sohn N.
Montag, 21. Juli 2014
Predigt über die heiligen Joachim und Anna
In unserer Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Altenmarkt befinden sich zwei Seitenaltäre, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der Südseite wird das Martyrium der heiligen Barbara dargestellt: Sie wird von ihrem eigenen Vater geköpft. Horror!
Auf der Nordseite sieht man die Gottesmutter Maria als Kind mit ihren Eltern Joachim und Anna. Familienidylle pur! Gemeinsam mit unserer Kindergartenleiterin Maria Kronsteiner bin ich darauf gekommen, dass sich hier letztlich zwei Vatergestalten gegenüberstehen: der brutale Vater der heiligen Barbara und der gütige Vater Mariens und Großvater Jesu Joachim. Vielleicht gefällt es uns besser beim Altar der heiligen Ehepaares Anna und Joachim zu verweilen. Ja, so ist Gott: gütig und menschenfreundlich, wie es in einer Familie oft zum Ausdruck kommt.
Aber ich würde den Barbaraaltar nicht ganz ausklammern. Die Legende der heiligen Barbara erzählt, dass sie als Christin von ihrer Umgebung und selbst von ihrem engsten Familienkreis aufs Ärgste bedrängt wurde. Sie sitzt dann meist alleine auf der Anklagebank. Dann wird berichtet, dass sie immer wieder aus der Hand ihrer Feinde gerettet wird. Viele von uns haben ja im Alltag Angst bloßgestellt zu werden. Viele haben Angst, dass die eigene Schwachheit für die anderen sichtbar wird. Da ist die Zuversicht von uns Christen gefragt. Zuversicht, dass Gott auf unserer Seite ist und wahrhaft Großes mit unserer Schwachheit tut.
Heilige Barbara, starke Frau, bitte für uns, dass wir nicht den Mut verlieren und Gottes Hilfe in unserm Leben erfahren.
Interessanterweise erwähnt das Protoevangelium des Jakobus die Eheleute Joachim und Anna als schwache Menschen, denen erst mal keiner tröstend auf die Schulter klopft. Beide reagieren unterschiedlich auf ihre missliche Lage: Der Mann Joachim sucht das Weite und gelangt in die Einsamkeit der Wüste und erfährt dort die Nähe Gottes. Die Frau Anna fängt einen Streit mit ihrer Sklavin Judith an und merkt dann plötzlich, wie dumm das Ganze ist. Schließlich finden die beiden Eheleute wieder zueinander, sie kehren zu ihrem Gottvertrauen zurück und durch ihre Tochter Maria wird dem Ganzen die Krone aufgesetzt.
Bitten wir am Fest der heiligen Joachim und Anna (26. Juli) um Gottes Segen für unsere Familien, auf dass wir immer spüren, wie gut er es mit uns meint.
(Dies war auch mein "Wort zum Sonntag" in der Wochenzeitung "Ennstaler")
Auf der Nordseite sieht man die Gottesmutter Maria als Kind mit ihren Eltern Joachim und Anna. Familienidylle pur! Gemeinsam mit unserer Kindergartenleiterin Maria Kronsteiner bin ich darauf gekommen, dass sich hier letztlich zwei Vatergestalten gegenüberstehen: der brutale Vater der heiligen Barbara und der gütige Vater Mariens und Großvater Jesu Joachim. Vielleicht gefällt es uns besser beim Altar der heiligen Ehepaares Anna und Joachim zu verweilen. Ja, so ist Gott: gütig und menschenfreundlich, wie es in einer Familie oft zum Ausdruck kommt.
Aber ich würde den Barbaraaltar nicht ganz ausklammern. Die Legende der heiligen Barbara erzählt, dass sie als Christin von ihrer Umgebung und selbst von ihrem engsten Familienkreis aufs Ärgste bedrängt wurde. Sie sitzt dann meist alleine auf der Anklagebank. Dann wird berichtet, dass sie immer wieder aus der Hand ihrer Feinde gerettet wird. Viele von uns haben ja im Alltag Angst bloßgestellt zu werden. Viele haben Angst, dass die eigene Schwachheit für die anderen sichtbar wird. Da ist die Zuversicht von uns Christen gefragt. Zuversicht, dass Gott auf unserer Seite ist und wahrhaft Großes mit unserer Schwachheit tut.
Heilige Barbara, starke Frau, bitte für uns, dass wir nicht den Mut verlieren und Gottes Hilfe in unserm Leben erfahren.
Interessanterweise erwähnt das Protoevangelium des Jakobus die Eheleute Joachim und Anna als schwache Menschen, denen erst mal keiner tröstend auf die Schulter klopft. Beide reagieren unterschiedlich auf ihre missliche Lage: Der Mann Joachim sucht das Weite und gelangt in die Einsamkeit der Wüste und erfährt dort die Nähe Gottes. Die Frau Anna fängt einen Streit mit ihrer Sklavin Judith an und merkt dann plötzlich, wie dumm das Ganze ist. Schließlich finden die beiden Eheleute wieder zueinander, sie kehren zu ihrem Gottvertrauen zurück und durch ihre Tochter Maria wird dem Ganzen die Krone aufgesetzt.
Bitten wir am Fest der heiligen Joachim und Anna (26. Juli) um Gottes Segen für unsere Familien, auf dass wir immer spüren, wie gut er es mit uns meint.
(Dies war auch mein "Wort zum Sonntag" in der Wochenzeitung "Ennstaler")
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